Ein Hoch auf Beschränkungen! -Klaus Rentel

Ein Hoch auf Beschränkungen!

Auch ich mag es überhaupt nicht, eingeschränkt zu werden. Das beginnt bereits im Strassenverkehr, wenn vor mir jemand weniger als die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit fährt. Wenn der Körper «schlapp macht», wenn etwas nicht so klappt, wie ich es mir vorstelle, wenn die Bahn zu spät ist, wenn Regeln und Gesetze meine Freiheit beschneiden, wenn mich innere und äussere Widerstände ausbremsen.

Doch der Gewinn solcher Beschränkungen ist gross. Oft sind sie ein guter Test, ob ich es wirklich ernst meine mit einem Vorhaben. Dann gilt es, die Kräfte zu bündeln, aber auch nach dem Sinn hinter den Widerständen zu schauen. Es gibt immer einen Sinn, und wenn es der ist, ein Ziel nochmals zu hinterfragen oder den Weg bewusster zu gehen, Informationen zu sammeln, der Intuition Raum zu geben. 

Manche Begrenzungen helfen, das rechte Mass zu finden, etwa das unmissverständliche Feedback, das mir mein Körper gibt.

Erst ein Widerstand lässt meine Kraft, Energie und Kreativität zur Geltung kommen – wenn alles glatt läuft, brauche ich sie ja nicht. Begrenzungen fordern mich heraus, mit meiner ganzen Person hinter einer Sache zu stehen. Sie lassen mich prüfen, ob ich mal wieder mit dem Kopf durch die Wand will oder ob ich den Dingen und damit mir zu wenig Zeit lasse. Grenzen bringen mich in Kontakt, Grenzenlosigkeit empfinde ich als Beliebigkeit.

Schliesslich fordern mich Begrenzungen dazu auf, in mir genauer nachzuschauen. Wenn etwas nicht wie gewünscht läuft, liegt es auch mal daran, dass die eine oder andere Tür in mir noch klemmt. Manchmal fehlt das Selbstvertrauen, manchmal ist es eine Angst. Wenn ich mich dem stelle, baue ich Beschränkungen ab und werde zugleich authentischer. 

  • Wie gehen Sie mit Beschränkungen um?
  • Welchen Sinn sehen Sie darin?
  • Wo beschränken Sie sich selbst?
  • Welche Beschränkungen geben Ihnen Sicherheit?
  • Welche Ihrer hohen Ideale könnten eine Beschränkung gut vertragen?