Idealbilder sind selten ideal -Klaus Rentel

Idealbilder sind selten ideal

Wir sind in zwei Sphären zuhause: in der raumzeitlichen und in der transzendenten Welt.

Unser Wesen gehört zu letzterer. Es ist die Weise, in der wir teilhaben am überweltlichen Sein und zugleich dazu bestimmt sind, dieses überweltliche Sein auf individuelle Weise in unser irdisches Leben zu tragen.

Auf der Erde gilt es sich zu behaupten und zu erfahren. Dazu brauchen wir unser Ich, die fünf Sinne und den Verstand – der uns jedoch gerne weismachen will, es gäbe nur ihn. In seiner einseitig rationalen Sicht schränkt er uns ein. Wenn wir ihn lassen.

Wesentlich werden wir, wenn wir auch das Unbegreifliche anerkennen, das unseren Denkhorizont überschreitet. Es verdichtet sich als innere Wahrheit, wo es unsere Erfahrungen in einen größeren Lebenszusammenhang einbettet. So etwas kann einen neuen Sinn vermitteln.

Dafür, dass wir uns unserem Wesen entsprechend entwickeln, sorgt eine innere Triebfeder: Von unserer Tiefe her dringt die andere Dimension ins Bewusstsein und drängt uns zu einer authentischeren Lebensweise, die uns ganz da sein und wirken lässt.

Wer Sie nach Ansicht Ihres weltlichen Verstandes sein möchten oder zu sein glauben, ist also nicht unbedingt das, was Sie in Ihrem Wesenskern sind. Das ist nicht weiter tragisch, jeder lebt nach dem Prinzip Versuch und Irrtum. Zugleich ist dieser Umstand ein guter Grund dafür, nicht starr an einem Idealbild festzuhalten. Idealbilder kommen stets von außen, und die Außenwelt hat in aller Regel nicht die geringste Ahnung von Ihrer Wesentlichkeit.

  • Was ist für Sie wesentlich?
  • Wie nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Wesenskern auf?
  • Woran merken Sie, dass Sie in Übereinstimmung mit Ihrer Wesentlichkeit, also aus Ihrer Mitte heraus handeln?
  • Woran merken Sie, wenn Sie es nicht tun?