Öfter mal St. Georg sein -Klaus Rentel

Öfter mal St. Georg sein

Das Wappen meiner Wahlheimat Stein am Rhein trägt den drachentötenden St. Georg. Wer dahinter einen blutrünstigen Zeitvertreib mutmasst, liegt verkehrt – wie überhaupt jeder, der Mythen und Religionen wörtlich und nicht metaphorisch versteht.

Der Drache in der europäischen Mythologie steht für «Du sollst». Also für die Dinge, die man uns einst beigebracht hat, damit wir ein wertvolles und erfolgreiches Mitglied der Gesellschaft werden.

Jedoch waren die damaligen Definitionen von wertvoll und erfolgreich nicht die unseren. So kommt es, dass uns immer wieder Gewohnheiten und Regeln begegnen, die sich für uns falsch anfühlen. Dazu gehört auch die Gewohnheit, andere unsere Grenzen übertreten zu lassen.

Zeiten ändern sich und Menschen denken und fühlen irgendwann selbst; sie entdecken ihre eigene Wahrheit. Den «Drachen» töten wir immer dann, wenn wir eine dieser Regeln oder Gewohnheiten ablegen, um auf stimmiges Verhalten umzustellen.

Das ist nicht immer leicht, weil

  • manche etwas dagegen haben, weil sie von Ihrem „Drachen“ profitieren
  • die feine innere Stimme im Gebrüll der Ablenkungen, Anforderungen und Abhängigkeiten oft schwer zu vernehmen ist
  • sich das Gewohnte zugunsten des Neuen manchmal schwer abschütteln lässt; Angst und Komfortzonen lassen grüssen

Die Beziehung zu uns selbst, zu anderen und zum «Drachen» selbst sind der Hebel, an dem wir anzusetzen können. Mitunter ist kompetente Unterstützung hilfreich, um die nötige Klarheit, Macht und Entschlossenheit zu entwickeln.

  • Welche «Drachen» stehen Ihnen im Weg zu sich selbst?
  • Wer profitiert von Ihren «Drachen»?
  • Wie fühlt sich der Gedanke an, solch einen «Drachen zu töten» und dafür unter anderem auch Ihre positive Aggressivität einzusetzen?