Vom Segen der Entgleisung -Klaus Rentel

Vom Segen der Entgleisung

Wer sind Sie?

  • Ich bin Angelika Hasenbein
  • Ich bin Yogalehrerin
  • Ich bin Zimmermann, Arzt, Stadträtin
  • Ich bin Arbeiterin, Unternehmer, arbeitslos ...

Wenn Ihre Antworten ähnlich aussehen, beziehen Sie Ihr Selbstgefühl, Ihre Identität möglicherweise weniger daraus, was Ihre Person wirklich ausmacht, sondern eher aus einer Funktion, die Sie etwa im Wirtschaftsleben ausführen. Ihr Selbstwert hängt von der Wahrnehmung anderer ab statt von Ihrem individuellen Menschsein mit Körper, Geist, Psyche, Seele, mit Werten, Bedürfnissen, Licht- und Schattenseiten.

Sie machen sich damit zum Objekt, das von Erfordernissen des Marktes abhängt. Schlechte Bewertungen, fehlende Kundschaft, Kündigung, Eintritt ins Rentenalter, Krankheit vermindern Ihren «Gebrauchswert» und haben deshalb leichtes Spiel, Sie aus der Bahn zu werfen. Sie ermächtigen andere Menschen, Ihnen weniger Wert beizumessen, etwa wenn Sie vermeintlich nicht die volle Leistung bringen.

Es kann ein Segen sein, aus der Bahn geworfen werden, wenn Sie sich fremden Autoritäten unterwerfen und eine Identität pflegen, die nicht Ihrem Wesenskern entspricht. Dann beziehen Sie Ihre Würde nicht aus sich heraus, sondern aus Ihrer Nützlichkeit für ein System. Manchmal braucht es die «Entgleisung», um sich selbst wiederzufinden.

  • Wo erleben Sie Ihre Einzigartigkeit?
  • Wo sind Sie Subjekt, nicht Objekt irgendwelcher Erwartungen oder ökonomischer Notwendigkeiten?
  • Wo zählen Sie als Mensch mit eigenen Erfahrungen, Gefühlen, Erkenntnissen, Entscheidungen?
  • Wie können Sie mehr und mehr der sein, der Sie sind, auch wenn Sie Pflichten erfüllen und Rollen ausfüllen
  • Was hat Ihr Name mit Ihrem Wesenskern zu tun?