Falsches Ja oder stimmiges Nein -Klaus Rentel

Falsches Ja oder stimmiges Nein

Unablässig entscheiden wir uns, auch wenn es uns gar nicht bewusst ist. Links oder rechts, schweigen oder schreiben, gehen oder bleiben. Manche unserer Entscheidungen sind stimmig, andere weniger.

Wenn Sie eine Frage oder eine Bitte spontan bejahen wollen, aber spüren, dass ein Nein stimmiger wäre, dann haben Sie zunächst zwei Optionen:

Sie übergehen sich und bleiben beim Ja oder Sie sagen nein.

Die Wahl zwischen zwei Alternativen nennt man auch Dilemma. Wahlfreiheit beginnt bei drei Möglichkeiten und diese dritte könnte sein: Sie nehmen sich Zeit für Ihre Entscheidung. Eine vierte:  Sie formulieren Bedingungen für Ihr Ja.

Klären Sie Ihre Gründe, die für Ja und für Nein sprechen. Wenn das Ja dazu dienen soll, sich beliebt zu machen oder einem Konflikt aus dem Weg zu gehen, dann seien Sie gewiss: Ein falsches Ja wird Ihnen mehr Probleme einbringen als ein klares Nein.

Denn Sie täuschen damit alle Beteiligten und schaffen eine chronische Situation. Auch wenn Sie sich noch so verbiegen, Sie werden aus einem unstimmigen kein stimmiges Ja machen und damit kaum zufrieden sein. Der Druck steigt und das Problem ist vorprogrammiert.

  • Wo halten Sie ein Ja aufrecht, das eigentlich ein Nein zu sich selbst bedeutet?
  • Welche rationalen Gründe sprechen für dieses Ja?
  • Wie stichhaltig sind diese rationalen Gründe im Vergleich zu den Gründen fürs Nein?
  • Haben Sie überprüft, ob diese rationalen Gründe wirklich vorliegen, oder unterstellen Sie sie?